Von der Bahntrasse zum Naturerlebnis
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Früher eine Bahntrasse - heute ein Naturparadies (H.Kaufung)
Als Rheinischer Esel wurde im Volksmund eine ehemalige Bahnlinie der Rheinischen Bahngesellschaft bezeichnet, die von Bochum-Langendreer nach Dortmund-Löttringhausen führte. Arbeiter fuhren damit zu ihren Arbeitsstätten, Kohle wurde von den Zechen zu den Abnehmern transportiert und Marktfrauen sollen mit dieser Bahn (als Esel) ihre Waren zum Markt gebracht haben.
Die Linie verband die ebenfalls von der Rheinischen Bahngesellschaft gebauten Strecken von Dortmund über Hagen ins Bergische mit der Strecke von Dortmund über Bochum ins Rheinland. Diese Diagonalverbindung wurde 1880 fertiggestellt und zwischen 1979 bis 2004 „Zug um Zug“ stillgelegt.

Auf der Trasse wurden bei der Stilllegung der Gleiskörper und weitere Einrichtungen des Bahnverkehrs entfernt. An Stelle der Bahntrasse wurde ein Rad- und Wanderweg angelegt, der den Namen der ehemaligen Bahnlinie „Rheinischer Esel“ behielt.   

Während auf dem Wittener und Bochumer Teilstück an verschiedenen Stellen Erinnerungsstücke an die Bahnlinie erhalten blieben wie Schienen, Bahnschwellen, Bahnsteige mit Haltestellenangabe oder Kilometersteine, wurden diese auf dem Dortmunder Abschnitt, der 1979 als erstes Teilstück stillgelegt wurde, vollständig entfernt. Nur der Schotter der Bahngleise ist stellenweise am Rande noch zu sehen.


Wir, eine Gruppe an Natur und Geschichte unserer Heimat interessierter Bürger,  haben es uns zur Aufgabe gemacht, sowohl an die Vergangenheit des Rheinischen Esels zu erinnern wie auch die Geschichte der anliegenden Ortschaften dieser Bahnstrecke zu beleuchten. Die Infotafeln wie auch diese Webseiten wurden von uns ehrenamtlich erstellt.
Standorte der Infotafeln (H.Kaufung)
(Zum Vergrößern mit Maus oder Finger berühren und scrollen/wischen)
An fünf Stellen des Rheinischen Esels wurden Infotafeln aufgestellt, die zu den heutigen Dortmunder Vororten Kruckel, Großholthausen (mit jeweils eigenen Tafeln im Siedlungsgebiet Am Ballroth und in der Großholthauser Mark) und Löttringhausen reichhaltige Informationen anbieten. Auf den Tafeln stehen jeweils QR-Codes, die zu diesen Internetseiten führen.
Die  Aufstellung der Informationstafeln am Dortmunder Abschnitt des Rad- und  Wanderweges "Rheinischer Esel" wurde von der Bezirksvertretung des Stadtbezirks  Hombruch in Auftrag gegeben und finanziert.

Bilder des Schienenbusses, der zuletzt diese Strecke befuhr, wie auch stilisierte Kilometersteine mit der Angabe der früheren Streckenkilometer von Langendreer nach Löttringhausen erinnern an die Bahnvergangenheit. Ein eigener QR-Code auf jeder Infotafel führt auf die Seiten zur Geschichte der Rheinischen Bahn.
Der Schienenbus vor der Brücke Blickstraße, ca. 1979 (Eisenbahnfreunde Witten e.V.)
Die gleiche Ansicht 2019 (Helmut Kaufung)

Eine Besonderheit des Rheinischen Esels in Dortmund ist die außergewöhnliche Lage und die Schönheit der Natur. Diese ist der Streckenführung im 19. Jahrhundert geschuldet. Sie verlief am Nordhang des Ardeygebirges mit Blick auf das Grotenbachtal vorbei an den damaligen bäuerlichen Gemeinschaften Kruckel und Großholthausen mit einem Bahnhof als Endpunkt mitten zwischen den Bauernhöfen in Löttringhausen.

Die Trasse im Sommer 2018 - ein Paradies im Grünen (H. Kaufung)
Überwachsener Finefrau-Sandstein der Unteren Wittener Schichten (H.Kaufung)
Anfang - oder Endpunkt - des Rheinischen Esels an der Hellerstraße in DO-Löttringhausen (H.Kaufung)
      
Die Trasse führte durch das große, zusammenhängende Waldgebiet der Großholthauser Mark, die vom preußischen Staat mit der Markenteilung erst 1830 den Bauern zugesprochen worden war. Die steigungs- und möglichst kurvenarme Streckenführung erforderte am Nordhang des Ardeygebirges an mehreren Stellen das Durchstechen der Berghänge, sodass bis heute rechts und links der Trasse örtlich Felsen zu Tage treten. Bemerkenswert ist, wie die Natur sich auch diese ausgesetzten Flächen zurück erobert hat. Auch darauf nehmen die Internetseiten Bezug.
      
Nicht zuletzt gehen wir auch auf die Gründe für den Bau dieser außergewöhnlichen Bahnstrecke ein: Die fortschreitende Industrialisierung im 19. Jahrhundert und Kohlefunde im Ardeygebirge und im Tal des Grotenbachs. Vom Endpunkt des Rheinischen Esels in Löttringhausen verlief ein Bahnanschluß direkt in die Zeche Gottessegen an der Hagener Straße.

Der vom Geologischen Dienst NRW und dem damaligen Kommunalverband Ruhrgebiet  2004 gegründete Verein "GeoPark Ruhrgebiet e. V." ist Träger des 2006 staatlich  anerkannten gleichnamigen GeoParks (www.geopark.metropoleruhr.de). Dem   Vorsitzenden Dr. Volker Wrede danken wir für seinen geologischen Rat.
      
Dortmund im Frühjahr 2019: Gerhard Brune, Tilo Cramm, Helmut Kaufung.
© Helmut Kaufung 2018
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