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Großholthausen - Einleitung

Abb. 1: Ausschnitt aus dem Fahrradstadtplan Dortmund 2016
(© StadtDortmund, Vermessungs- und Katasteramt CC-BY 4.0, Bearb. Helmut Kaufung)  
Die Tafel Großholthausen behandelt im Folgenden ausschließlich den Menschen unserer Region. Im fruchtbaren Hellwegbereich ergaben archäologische Funde Hinweise auf frühen Ackerbau mit Viehzucht weit vor der christlichen Zeitrechnung.      Die hier siedelnden germanischen Brukterer lagen mit den Römern in verlustreicher Fehde. Von Norden wanderten später die Sachsen in das nahezu entvölkerte Land ein. Nach verlustreichen Kämpfen wurden sie von Karl dem Großen um 700 n. Chr. mit Gewalt christianisiert. Die siegreichen Franken verteilten das bisher freie Bauernland an Ritter und Klöster.

Das flache Vorland mit den Ansiedlungen Großholthausen, Kruckel und Löttringhausen des Kirchspiels Kirchhörde wurde von wohl meist von den Sachsen erst etwa von 500 bis 900 nach Chr. aufgeschlossen. In den Bauerschaften bzw. Hofesverbänden – wie hier in Großholthausen - wurden Schulten eingesetzt, die für die Landeigentümer Abgaben einzogen und vor Ort das niedrige Richteramt ausübten. Erst in der Neuzeit übernahm der Amtmann in der Hörder Burg diese Aufgaben.

Die Geschichte des Schultenhofs, des Hermannhofs, des Westermannhofs (1) und einiger Kotten des Hofesverbandes Großholthausen (2) werden näher beschrieben. Erst im Zuge der Bauernbefreiung im 19. Jahrhundert durften die Bauern gegen eine Ablösezahlung Eigentümer der Höfe werden.

Die Bauerschaften grenzten im Süden an das Ardeygebirge. Da wegen der Steillagen in diesen sogenannten Marken weder eine Besiedlung noch eine Felderwirtschaft möglich erschien, hatten sie die Landeigentümer den Bauern zur Hude (Viehweide) und zur Holznutzung freigegeben. Aber auch diese Rechte wurden zugeteilt und vom Holzrichter überwacht. Nach der erst 1830 durchgeführten Teilung der Großholthauser Mark erhielten die Bauern darin eigene Besitzanteile. Der aufblühende Steinkohlenbergbau zog Menschen an. Sie errichteten im westlichen und südlichen Teil der Großholthauser Mark ihre Kotten (3). Neben dem vorwiegenden Bergbauberuf betrieben sie zum Lebensunterhalt gegen Pacht oft eine kleine Landwirtschaft .

Der Waldfriedhof Großholthausen (4) wurde 1878 an der Kruckeler Straße als kommunaler Friedhof eröffnet und später nach Westen erweitert. Zahlreiche Grabmäler, Grabstelen, das Mausoleum der Familie Schulte-Großholthausen und die Einfriedigungsmauer stehen unter Denkmalschutz.  

Östlich an den Friedhof angrenzend liegt gegenüber der Einmündung der Löttringhauser in die Kruckeler Straße das denkmalgeschützte Kriegerdenkmal (5).

Der von der Besiedlung nicht betroffene Wald der Großholthauser Mark (6) hat eine interessante Bergbaugeschichte aufzuweisen und wird wegen der hier noch bewahrten Natur ab 2020 unter Naturschutz gestellt . Näheres siehe Tafel Großholthauser Mark.
      
 
© Helmut Kaufung 2018
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