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Der Rheinische Esel - Vorweg

Abb. 1: Der Verlauf des Rheinischen Esels von Bochum-Langendreer über Witten bis Dortmund-Löttringhausen (rote Markierung Helmut Kaufung)
aus Fahrradstadtplan Dortmund -
Copyright Stadt Dortmund, Vermessungs- und Katasteramt, CC-BY 4.0

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die auf Kohle basierende Dampfkraft Auslöser der Industrialisierung. Hierdurch verringerte sich zunehmend die Bedeutung der Menschen-, Tier-, Wasser- und Windkraft. Es gründeten sich private Eisenbahngesellschaften, um vor allem Zechen- und Hüttenprodukte günstiger zu den Verbrauchern transportieren zu können. Die Gesellschaften verlegten Schienenwege zur Verknüpfung der Städte, Zechen, Hütten und vielen weiteren Industriebetrieben. Im Jahr 1880 kam recht spät die hier besprochene eingleisige Nebenstrecke der Rheinischen Bahngesellschaft zwischen Bochum-Langendreer und Dortmund-Löttringhausen hinzu, auch „Rheinischer Esel“ genannt.

Der Name „Rheinischer Esel“ erinnert an die ehemalige Rheinische Bahngesellschaft. Die Entstehung des Namens „Esel“ liegt im Dunklen. Denkbar ist, dass man die Dampfloks weithin schnaufen und bei jedem Straßenübergang pfeifen hörte. Schließlich besorgten sie noch bis 1963 den Kohlentransport der Zeche Gottessegen. Auch die Bevölkerung nutzte die Bahn ständig, beispielsweise Bergleute und Arbeiter sowie gewiss auch Marktfrauen mit ihren Kiepen, die die Bahn als „Tragtier“ zu den Märkten nutzten. Während man den Begriff „Rheinischer Esel“ in Hombruch früher nicht kannte, war er nach Bekunden einiger, älterer Anwohner von Rüdinghausen und Annen dort mindestens bereits seit den 1930er Jahren üblich.

Nach 99 Jahren musste 1979 der Personenverkehr endgültig und nach 124 Jahren 2004 auch der Rest des Güterverkehrs zwischen Witten-Stockum und Bochum-Langendreer wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit aufgegeben werden. Manche andere Bahnstrecken erlitten dasselbe Schicksal. Der Grund hierfür war vor allem die Ausbreitung schneller und flexibel betriebener Transportmittel auf den Straßen.

Mannigfache Initiativen der Region setzten sich für den Bau von Rad- und Wanderwegen auf zurückgebauten Bahnlinien ein. Da die Wege abseits von Straßen ohne große Niveau-Unterschiede durch landschaftlich reizvolle Gegenden mit kulturgeschichtlich interessanten Orten führen, ziehen sie viel Publikum an. Zur Information stehen an manchen Stellen Informationstafeln und zur Erholung Ruhebänke.
     Abb. 2: Der Dortmunder Teil des Rad- und Wanderwegs „Rheinischer Esel“ mit den Standorten der fünf Informationstafeln. (Bearbeitung Helmut Kaufung)
Hier am Dortmunder Teil des Rheinischen Esels ist eine von der Bezirksvertretung Dortmund-Hombruch unterstützte ehrenamtliche Geschichtsgruppe tätig geworden. Im QR-Code der fünf Tafeln unten rechts sind interessante Details zur Besiedlung, zu denkmalgeschützten Gebäuden, zur Geologie des Untergrundes, zum früher bedeutenden Steinkohlenbergbau und zur Natur nachzulesen. Die Texte sind großzügig bebildert.

Weitere Informationen sind im Impressum im Literaturverzeichnis und unter den Links auf der Seite Nützliche Hinweise zu finden.
© Helmut Kaufung 2020
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