Von der Bahntrasse zum Naturerlebnis
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Löttringhausen - Anfang und Endpunkt

      
Abb. 1: Ausschnitt aus dem Fahrradstadtplan 2016, Bearbeitung Helmut Kaufung
(© StadtDortmund, Vermessungs- und Katasteramt CC-BY 4.0)

      
Auf dem höchsten Punkt in Löttringhausen an der Schneiderstraße 128 (6) steht eine stattliche Villa, das Meinberghaus. Hier enden die Straßen aus  den verschiedenen Richtungen: die Kruckeler Straße aus dem Tal des Grotenbachs in Persebeck kommend, die "Schneider Straße" kommt aus Kleinholthausen von Norden den Berg hinauf, obwohl hier noch gar nicht die Schneide (Schnade, Grenze, Schnee) zu Herdecke und Witten erreicht ist. Den weiteren Verlauf nimmt sie daher von hier (auf dem Blick) als Blickstraße hinauf auf die alte Schnadegrenze, auf den Schnee. Und von den Höhen des Ardeys, in der Nähe der Viermärker Eiche, kommt - die Hagener Straße querend - die Hellerstraße. An ihrem Endpunkt auf dieser Höhe in Löttringhausen steht an der Schneiderstraße eine markante Rosskastanie, die als Naturdenkmal geschützt ist.

Weit ging der Blick tatsächlich von hier aus. Das älteste Feuerwehrhaus (3) Dortmunds steht ebenfalls hier auf der Höhe, mit einem Turm, von dem man weit in das Tal des Grotenbachs von Witten bis nach Hombruch und darüber hinaus blicken konnte. Heute wirkt es klein angesichts des 12-stöckigen Hochhauses an der Langeloh 4 (5).

Vor rund 500 Jahren eine Bauerschaft mit 4 Höfen (1) und einigen Kotten wurde die Ortschaft im 19. Jahrhundert von der industriellen Revolution eingeholt. Kohlefunde in und um Löttringhausen versprachen Gewinn. Wurden die ersten Kohlen- und Erzfunde noch mit Pferdekarren zu den Hüttenwerken, den Ziegeleien oder Glashütten transportiert, musste bald eine Eisenbahn diese Transporte in entlegenere Orte übernehmen.

Die Rheinische Bahngesellschaft baute 1880 ihre Strecke von Dortmund nach Hagen führend mitten durch die alte Bauerschaft. Nahe beieinander gelegene Höfe wurden durch einen hohen Damm voneinander getrennt. Die zweite Srecke, später Rheinischer Esel genannt, von Langendreer kommend, zerteilte noch einmal die Bauerschaft. Ein Anschlussgleis führte aus der Ortschaft zur gelegenen Zeche Gottessegen (9). Auf dem Bahndamm wurde ein repräsentatives Bahnhofsgebäude (4) errichtet, das die mittelalterlichen Höfe überragte.

Aber Löttringhausen hatte schon zuvor eine zentrale Bedeutung für das Kirchspiel Kirchhörde, zu dem es wie auch Kruckel, Großholthausen und Kleinholthausen gehörte: Schon 1714 wurde hier die Langelohschule (2) als zentrale Schule des Kirchspiels errichtet.

Der größte Entwicklungsschub des Ortes fand in den 1960er Jahren statt. Neben Ein- und Zweifamilienhäusern (5), zum Teil im Rahmen einer Fertigbau-Musterausstellung errichtet, wurden mehrstöckige Mietshäuser, das schon erwähnte Hochhaus und ein Ladenzentrum mit einem Nachbarschaftszentrum erbaut.

Auch die Kirchengemeinden (7) schufen Gemeindezentren in Löttringhausen. Konnte die evangelische Kirche bereits in den 30er-Jahren eine eigene Kirche in idyllischer Lage am Rande eines Steinbruchs an der Kruckeler Straße errichten, so erbaute die katholische Kirche ein Gemeindezentrum ohne einen Kirchenbau im Rahmen des verstärkten Siedlungsbaus in den 60er-Jahren.

Mit der Nordwanderung des Kohleabbaus wurde auch in Löttringhausen die Zeche Gottessegen (9) 1963 stillgelegt. An ihre Stelle traten andere Industrieunternehmen, die ihre Tätigkeit inzwischen aber auch eingestellt haben, und die gemeinnützigen Werkstätten Gottessegen (8).

© Helmut Kaufung 2018
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