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Der Waldfriedhof Großholthausen

      
 

"Im November 1873 sprach die Gemeindeverwaltung Kirchhörde die dringende Empfehlung aus, im Gegensatz zu den kirchlichen Friedhöfen einen „politischen Todtenhof im Bereich Kirchhoerde“ einzurichten. Im April 1876 wurde der Kaufvertrag über drei Morgen Land abgeschlossen. Für die Umfassungsmauer lieferte die Baroper Ringofenfabrik im September 1877 die ersten Ziegelsteine. Die Firma Holthaus aus Holthausen baute die hölzerne Leichenhalle. Viele Bauern Löttringhausens und bekannte Personen aus der Umgebung fanden auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte, beispielsweise ... Oberbürgermeister Fritz Henssler, der Industrielle Florian Klöckner, der Dirigent Wilhelm Schüchter sowie der Zeichner und Karikaturist Wilhelm Röscheisen. Bei ihren Grabdenkmälern handelt es sich häufig um beachtenswerte Geschichtszeugnisse."

(aus Faltblatt: Ein historischer Spaziergang durch Löttringhausen mit Groß- und Kleinholthausen, Hrsg.: Arbeitskreis „Archäologie und Denkmalpflege“ im Historischen Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark, 2010)
Abb. 32: Die Friedhofsmauer von 1878 mit dem Mausoleum der Familie Schulte-Großholthausen, 2019
(Helmut Kaufung)
Die Friedhofsmauer aus Ziegelsteinen umgab 1878 das gesamte beinahe rechteckige Areal zwischen der Kruckeler Straße und dem Großholthauser Wald. Die denkmalgeschützte Mauer mit eingelassenen Grabplatten steht inzwischen nur noch an der Kruckeler Straße und, von Efeu überwachsen, an der südlichen Grenze zum Waldbereich des Friedhofs, der Teil der Großholthauser Mark ist.
Abb. 34: Südliche Friedhofsmauer mit Grabmal der Familie Wemmer, 2019
(Helmut Kaufung)
Abb. 33: Reste der südlichen Friedhofsmauer, 2019
(Helmut Kaufung)
Die ebenfalls um 1878 gebaute Trauerhalle aus Holz und mit Ziegelsteinen ausgemauertem Fachwerk konnte schon seit mehreren Jahren wegen Baufälligkeit nicht mehr für Trauerfeiern genutzt werden. Sie mussten in der entfernt liegenden Trauerhalle des Menglinghauser Friedhofs oder in Trauerhallen der Beerdigungsunternehmer durchgeführt werden. Die Einheit von Trauerfeier und Beerdigung ist seitdem erheblich beeinträchtigt.

Nach dem Abbruch der idyllisch gelegenen Trauerhalle 2018 klafft ein Loch an dieser Stelle.
Abb. 35: Die Trauerhalle vor dem Abriss, 2017
(Gerhard Brune)
Abb. 36: Die Trauerhalle hinter der Grabanlage des Ordens der Franziskanerinnen.Gut zu erkennen ist die Ausfachung des Fachwerks mit Ziegeln, 2017
(Helmut Kaufung)
Abb. 37: Die Trauerhalle ist abgebrochen worden, 2019
(Helmut Kaufung)

Denkmalschutz auf dem Waldfriedhof

Das Denkmalamt hat verschiedene Grabmäler und Einrichtungen des Waldfriedhofes unter Denkmalschutz gestellt:

1. Mausoleum der Familie Schulte-Großholthausen

2. Friedhofsmauer mit eingelassenen Grabplatten der Familien:

- Bovermann, mehrere Stelen
- Lenz, mehrere Inschriftenplatten
- Bläsing, Inschriftenplatte
- Schmidt, figürliche Plastik und Inschriftenplatten
- Moeller, drei Rustikastelen mit Marmortafeln

3. Grabdenkmäler
  
Feld 1: Kruckelmann, große Stele (inzwischen versetzt auf Feld 11)
Feld 1: Hesse von 1906, architektonische Stelle mit Aufsatz (Kreuz mit Relief)
Feld 1: Liedschulte von 1896, architektonische Stele
Feld 2: Frieg von 1887, monumentales Grabzeichen mit figürlicher Rundplastik aus Bronze (Trauernde sitzend) - Inzwischen zerstört
Feld 7: Henßler von 1953, breite Stele
Feld 7: Klöckner von 1947, breite Stele mit Relief

Am Ende dieser Seite steht der offizielle Friedhofsplan der Stadt Dortmund. Darin sind die angegebenen Felder eingetragen.


Grabanlagen auf dem alten Teil des Friedhofs

1. Mausoleum der Familie Schulte-Großholthausen
Abb. 39: Inschriften am Mausoleum der Familie Schulte-Großholthausen, 2006
(Tilo Cramm)
Abb. 38: Das denkmalgeschützte Mausoleum der Familie Schulte-Großholthausen - Feld 2, 2019
(Helmut Kaufung)
Inschriften auf der linken Eckwand des Mausoleums:
Hier ruht
Johann Hein. Schulte,
geb. zu
Grossen Holthausen,
4. Ock. 1819
gest. durch Mörderhand
27 Dec. 1878
zu South Norwalk
Amerika.
und
Hier ruht
Fried. Wilhelm
Adolf Schulte,
geb.zu
Grossen Holthausen
1. Mai 1805
gest. zu Hamburg
28 Septbr. 1882

2.  Grabanlage der Familie Frieg, Löttringhausen
Abb. 40: Das Grabmal der Familie Frieg in seinem ursprünglichen Zustand - Feld 2, 2006 (Tilo Cramm)
Abb. 42: Einzig die Bronzetafel der Familie Frieg verweist auf die einstmals wohl schönste Grabanlage Dortmunds, 2019
(Helmut Kaufung)
Abb. 41: Das denkmalgeschützte Grabmal im heutigen Zustand. Figur und Attribute aus Bronze wurden gestohlen, 2019
(Helmut Kaufung)

3.  Grabplatten der Familie Bovermann, Kruckel, eingelassen in der Friedhofsmauer
Abb. 43: Grabplatten der Familie Bovermann in der Friedhofsmauer, denkmalgeschützt - Feld 1, 2019
(Helmut Kaufung)

4.  Familiengrab Fischer-Neuhoff, Löttringhausen
Abb. 44: Familiengruft der Familie Fischer-Neuhoff, naturnah gestaltet - Feld 2, 2019
(Helmut Kaufung)

5.  Familiengruft der Familie Portmann-Krämer, Großholthausen
Abb. 45: Familiengruft Portmann-Krämer - Feld 2, 2019
(Helmut Kaufung)

6.  Grabstele der Familie Kruckelmann, Kruckel
Abb. 46: Grabstele der Familie Kruckelmann (denkmalgeschützt) auf dem Verbindungsweg zum südwestlichen Friedhofsteil - Feld 11, 2017
(Tilo Cramm)

7.  Familiengruft der Familie Schmidt, Inschriftenplatten und Marienskulptur
Abb. 47: Gruft der Familie Schmidt an der Friedhofsaußenwand, eine aus Sandstein gemauerte Wand mit eingelassenen Namensplatten und einer Madonnenskulptur aus Bronze - Feld 1, 2019 (Helmut Kaufung)

8. Grabanlage der Familie Ostermann und Hermann, Großholthausen
Abb. 48 und 49: Grabstelen der Familien Ostermann und Hermann, 2020
(Tilo Cramm)

Grabanlagen auf dem "neuen" Teil des Friedhofs

Südwestlich des ursprünglichen Friedhofs wurde 1931, getrennt durch ein Waldstück der Großholthauser Mark, ein neues Gräberfeld entlang der Eisenbahnstrecke des "Rheinischen Esels" angelegt. Unterhalb des nach 1945 angelegten Haltepunktes Großholthausen bekam der Friedhof einen Nebeneingang. Der Friedhof wurde nun allgemein als "Waldfriedhof Großholthausen" bezeichnet. Bekannte und verdiente Dortmunder Bürger fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

Die erste Beerdigung war die vom Bahnhofswirt aus Kruckel, Wilhelm Malyga. Hier wurden auch die Leiter des VEW-Kraftwerks Kruckel Fritz Serwe und Martin  Schumann (siehe Bild) bestattet, ebenso die damals  bekannten örtlichen Mediziner. Dr. Seemer und Dr. Eisenbach.

9.  Fritz Henßler, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund von 1946  bis 1953

Fritz Henßler (* 12.04.1886, 04.12.1953) war seit 1905 Mitglied der SPD. 1920 wurde er Vorsitzender Des SPD-Unterbezirks Dortmund und später des Bezirks Westliches Westfalen. 1924 wurde er Mitglied der Dortmunder Stadtverordnetenversammlung, 1925 deren Vorsitzender.
Als gelernter Buchdrucker war Fritz Henßler neben seinen vielfältigen politischen Tätigkeiten seit 1912 (politischer) Redakteur der Dortmunder Arbeiter-Zeitung (später umbenannt in Westfälische Allgemeine Volkszeitung).

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Verbot der SPD 1933 wurde er für 10 Wochen in Schutzhaft genommen. 1936 wurde er von der geheimen Staatspolizei verhaftet und angeklagt. Er kam für ein Jahr in Untersuchungshaft und wurde dann zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Aus der Untersuchungshaft überführte man ihn dann aber sofort in das KZ Sachsenhausen, in dem er bis 1945 verblieb und schließlich flüchten konnte.

Nach dem Krieg wurde Fritz Henßler sofort wieder politisch aktiv. Er bekleidete vielfältige Ämter. So berief die britische Besatzungsmacht ihn 1946 zum Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, ebenfalls in den Landtag, in den er 1947 dann auch gewählt wurde. 1949 wurde er als Direktkandidat in den Bundestag gewählt, dem er bis zu seinem Tod im Jahre 1953 angehörte.

Die SPD-Ratsfraktion vergibt alle zwei Jahre den Fritz-Henßler-Preis an Organisationen, die sich für bürgerschaftliches Zusammenleben engagieren.

Im Dortmunder Norden, am Schwanenwall,  wurde ein großes Jugend- und Veranstaltungszentrum errichtet und nach ihm benannt: das Fritz-Henßler-Haus.

Abb. 50: Grabmal des früheren Dortmunder Oberbürgermeisters Fritz Henßler und seiner Familie - Feld 7 Nordseite, 2017
(Helmut Kaufung)
Abb. 51 und 52: Erinnerungstafel an Oberbürgermeister Fritz Henßler
in der Deutsch-Luxemburger-Straße, DO-Hombruch,
2019 (Helmut Kaufung)

In diesem Haus befand sich die Leihbücherei von Ella Henßler, der Ehefrau Fritz Henßlers. Auch nach 1945 besuchten die Hombrucher diese Leihbücherei. Der Weg dorthin führte rechts am Haus durch den Gang in den Hinterhof. Eine Gedenktafel an der Hauswand weist auf den sozialdemokratischen Widerstand gegen das Naziregime hin.

IN DIESEM HAUS DER EHEMALIGEN
LEIHBÜCHEREI ELLA HENSSLER
BEFAND SICH 1933 - 1936 UNTER
F R I T Z  H E N S S L E R
EIN DORTMUNDER ZENTRUM DES
SOZIALDEMOKRATISCHEN WIDERSTANDES
GEGEN DAS NAZIREGIME
VERHAFTUNG FRITZ HENSSLERS 1936
GEFÄNGNIS UND KONZENTRATIONSLAGER BIS 1945
OBERBÜRGERMEISTER 1946 - 1953


10.  Meta und Florian Klöckner

Florian Klöckner (* 04.10.1868, 10.05.1947) war ein deutscher Industrie-Manager und Politiker. Von 1920 bis 1933 saß er für die Deutsche Zentrumspartei, deren stellvertretender Vorsitzender er war, im Reichstag.

Als Industrie-Manager war er Aufsichtsrat der Geisweider Eisenwerke AG, der Maschinenbauanstalt Humboldt AG in Köln-Kalk, der Motorenfabrik Deutz AG in Köln-Deutz, der Rheinische Chamotte- und Dinas-Werke AG in Mehlem, der Commerz- und Privatbank AG in Berlin bzw. Hamburg, der Grundcreditbank AG in Duisburg, der Vereinigte Industrieunternehmungen AG in Berlin und der Vereinigte Aluminium-Werke AG in Lautawerk. Nach dem Tod seines Bruders Peter 1940 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der Klöckner AG und der Klöckner-Humboldt-Deutz AG.

In Dortmund traten er und seine Frau Meta insbesondere durch ihre großzügigen Spenden gegenüber der katholischen Kirche auf. So ermöglichten sie 1957 den Bau des katholischen Krankenhauses St. Bonifatius auf dem Dimmberg in Dortmund-Kirchhörde, für das sie das Grundstück und eine großzügige Geldspende bereit stellten. Nach Zusammenlegung mit dem Marienhospital in Hombruch ist es inzwischen geschlossen und abgebrochen worden.

1946 richteten er und seine Frau für die katholische Kirchengemeinde in Kirchhörde, die noch keine eigene Kirche besaß, in seiner Villa Haus Waldhügel (auf dem Dimberg in Kirchhörde) eine Kapelle ein. 1977 förderten sie auch den Bau einer katholischen Kirche in Kirchhörde, der St. Patrokli-Kirche.

Abb. 53: Grabstele von Meta und Florian Klöckner - Feld 7 Nordseite, 2006
(Tilo Cramm)

11.  Wilhelm Schüchter, Generalmusikdirektor der Dortmunder Oper

Wilhelm Schüchter (* 15.12.1911, 27.05.1974) war Chefdirigent verschiedener großer Orchester. Von 1962 bis 1974 war er Generalmusikdirektor (GMD) des Philharmonischen Orchesters der Stadt Dortmund, seit 1966 auch künstlerischer Leiter der Oper Dortmund.

Abb. 54: Grab von GMD Wilhelm Schüchter - Feld  6, 2017 (Helmut Kaufung)

12.  Ewald Sprave, Bürgermeister der Stadt Dortmund von 1962  bis 1969

Ewald Sprave (* 02.12.1902, 21.08.1984) war seit 1926 Mitglied der SPD und wurde 1933 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Während der Zeit des Nationalsozialismus musste er unter Repressionen leiden.

1946 wurde er wieder in den Rat der Stadt Dortmund gewählt, dem er bis 1969 angehörte. Von 1962 bis 1969 war er Bürgermeister der Stadt Dortmund und damit Stellvertretwer des Oberbürgermeisters.

Die SPD des Stadtbezirks Hombruch verleiht jährlich den Ewald-Sprave-Preis für besondere Verdienste um „mutiges und engagiertes Auftreten gegen Hass und Gewalt, für Toleranz, soziales Engagement und Menschenwürde“.


Abb. 55: Grabstele von Bürgermeister Ewald Sprave - Feld 6, 2017
(Helmut Kaufung)

13.  Fritz Hüser, Leiter der Volksbücherei Dortmund
und Gründer des Fritz-Hüser-Institutes für Literatur und Kultur der Arbeitswelt

Fritz Hüser (* 09.10.1908, 04.03.1979) leitete vom 1. Oktober 1945 bis zu seinem Ruhestand am 31. Oktober 1973 die Städtische Volksbücherei Dortmund (seit 1970 Stadtbücherei Dortmund).

Schon während seiner Lehre hatte Fritz Hüser damit begonnen Broschüren, Bücher und Zeitungsartikel zur Arbeiterliteratur zu sammeln –  obwohl diese Texte zu seiner Zeit als soziale Trivialliteratur und damit als sammelunwürdig galten. Damit legte er den Grundstock einer einzigartigen Spezialsammlung zur Geschichte von Arbeiterliteratur und Arbeiterkultur. In dem 1958 eröffneten Haus der Bibliotheken machte er diese Sammlung als Archiv für Arbeiterdichtung und soziale Literatur der Öffentlichkeit zugänglich.

Das Archiv entwickelte sich zu einem Treffpunkt von Autoren, die um eine zeitgemäße Arbeiterliteratur in Deutschland bemüht waren. Auf einem Schriftstellertreffen am 31. März 1961 wurde – auch auf Anregung von Hüser – die Gruppe 61 gegründet.
     
Hüsers Sammlung bildete den Grundstock für das heutige Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt.


Abb. 56: Grabstele von Elfriede und Fritz Hüser - Feld 9 Nordseite, 2019 (Helmut Kaufung)

14.  Josef Reding, Schriftsteller
Abb. 57: Grab des Schriftstellers Josef Reding (* 20.03.1929, 10.01.2020).
Die grob behauene Basaltsäule vulkanischen Ursprungs lagerte lange auf dem Löttringhauser Hof Fischer-Neuhof, bevor sie 2021 zur Grabstele für Josef Reding umgearbeitet wurde. Sie könnte früher als Wegmarkierung in der Nähe Löttringhausens gestanden haben.
Das Grab liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Fritz Hüser -
Feld 9 Nordseite, 2021 (Dominik Reding)
Josef Reding lebte in Löttringhausen. Er war Gründungsmitglied der Gruppe 61. Seine letzte Ruhestätte fand Reding seinem Wunsch entsprechend gegenüber von Fritz Hüser auf dem Friedhof Großholthausen. Sein Nachlass befindet sich seit längerem im Fritz-Hüser-Institut.



15.  Wilhelm Röscheisen, Zeichner und Karikaturist
Abb. 58: Grab von Wilhelm Röscheisen - Feld 6, 2019 (Helmut Kaufung)

16.  Kriegsgräberstätte

Am südlichen Rand des Waldfriedhofes, direkt neben dem Rheinischen Esel,  wurden nach dem 2. Weltkrieg die Toten des letzten Kriegsjahres bestattet. 20 Sandsteinkreuze in 4 Reihen mit je 5 Gräbern zieren diese Kriegsgräberstätte. Die Inschriften mit und ohne Mannschaftsgraden zeigen, dass hier Soldaten wie auch Zivilisten bestattet wurden.

Fritz Pütter, langjähriger Vorsitzender der Kruckeler SPD, schrieb in den 50er Jahren in seiner Jahresarbeit über das letzte Kriegsjahr in seinem Heimatort Großholthausen:
"Nun kam der alles vernichtende Krieg ins Land. Großholthausen wurde zuletzt noch stark getroffen. In einer Februarnacht des letzten Kriegsjahres wurden viele Häuser zerstört. In den letzten Kriegstagen erlebte Großholthausen noch blutige Kämpfe zwischen den Amerikanern und den in den Bauernhöfen festsitzenden deutschen Soldaten. Einige Häuser wurden durch Granatsplitter beschädigt. Die bei diesen Kämpfen ums Leben gekommenen Deutschen finden auf dem Friedhof zu Großholthausen die letzte Ruhe."
Jedes Jahr am 1. November leuchten 20 rote Kerzenlichter auf den Kreuzen. Aus einer privaten Initiative heraus gedenkt so eine Familie ihres im Krieg gefallenen Vaters, Großvaters und Urgroßvaters.

Abb. 59: Die Kriegsgräberstätte auf dem Waldfriedhof im Schnee, Januar 2019 (Helmut Kaufung)
Bergbauvergangenheit auf den Grabsteinen

Viele ältere Grabsteine zeigen statt eines Kreuzes Hammer und Schlägel, die Symbole für den Bergbau. Oftmals bekleideten die Verstorbenen höhere Positionen wie Bergwerksdirektor oder Steiger in den benachbarten Zechen Wiendahlsbank Kruckel oder Gottessegen in Löttringhausen. Leider sind in den vergangenen Jahren einige historische Grabsteine mit Bergbausymbolen entfernt worden.
Abb. 60: Grabanlage der Familie Deilmann aus Annen, 2017
(Helmut Kaufung)
Abb. 62: Grab Wilhelm Stolz, Bergassessor (Leiter eines der 3 Bergämter Dortmund), 2017
(Tilo Cramm)
Abb. 61: Grabstele Wilhelm Wemmer, Grubeninspector (Zeche Gottessegen), an der zerfallenen südlichen Friedhofsmauer, 2020
(Tilo Cramm)
Abb. 63: Grabstele des Steigers Heinrich Hesse. Hammer und Schlägel sind im Kreuz angebracht, 2017
(Helmut Kaufung)

Friedwald-Bestattungen auf dem Waldfriedhof

Der Wald zwischen den beiden Gräberfeldern des Waldfriedhofs wird seit einigen Jahren als Friedwald genutzt (Feld 11).
Hier sind  Urnenbestattungen unter Bäumen möglich. Nur einfache Steinplatten mit Inschriften verweisen auf die Bestattungsorte, weiterer Grabschmuck ist nicht erlaubt. Die Urnengräber im Wald sind pflegefrei.


Plan des Waldfriedhofs Großholthausen (Link zu Stadt Dortmund - Friedhöfe)
Abb. 64: Waldfriedhof Großholthausen (Stadt Dortmund)
Am Ende des Weges, der den alten Friedhofsbereich mit dem neuen verband, stand lange ein Ruheplatz unter einem riedgedecktem Pilz. Von dort hatte man einen Weitblick auf Großholthausen und über das Tal des Grotenbachs bis nach Eichlinghofen. Nach einer Brandstiftung wurde der schöne Ruheplatz abmontiert.

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