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Denkmalgeschützte Häuser in Löttringhausen

Gebäude unter Denkmalschutz

In Löttringhausen und in der näheren Umgebung stehen mehrere Gebäude, die unter Denkmalschutz gestellt wurden. Auf den vorderen Seiten wurden schon die Langelohschule (Löttringhauser Str. 237), das Feuerwehrgerätehaus (Hellerstr. 8) und die Höfe Schmidt (Hohle Eiche 76), Frieg (Hellerstr. 27) und Fischer-Neuhoff (Schneiderstr. 127) vorgestellt.

Auch der Großholthauser Waldfriedhof am Rande Löttringhausens hat eine Reihe unter Denkmalschutz gestellte Grabstelen, sowie die Umfriedungsmauer mit eingelegten Grabplatten und das Mausoleum der Familie Schulte-Großholthausen.

Im Folgenden werden weitere unter Denkmalschutz gestellte Wohnhäuser vorgestellt sowie andere interessante Gebäude.


1.  Wohnhaus, Schneiderstraße 127
In der Straßengabel Schneiderstraße/Kruckeler Straße steht hinter zwei mächtigen Ahornbäumen ein robustes Natursteinhaus. An dieser Stelle, der Auf dem Blick genannt wurde,  hatte ein landwirtschaftliches Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Kötters und Schichtmeisters Eckardt gestanden, in dem von 1764 bis 1774 Elias Hemesath wohnte, der den Kruckeler Deilmann-Hof übernahm. 1858 wurden die vorhandenen Gebäude vom neuen Eigentümer Heinrich Meinberg abgerissen und durch dieses zweigeschossige Wohnhaus ersetzt.

Der Werksteinbau aus Ruhrsandstein hat ein wuchtiges Satteldach mit Drempel (Erhöhung der traufseitigen Außenwand zur Aufnahme der Dachkonstruktion). Die Hauptfassade mit zwei Vollgeschossen und einem Attikageschoss (niedriges Obergeschoss) enthält sieben Fensterachsen. Drei der mittleren Fensterachsen werden auf den beiden Etagen von je vier säulenartigen Vorsprüngen zusammengefasst. Diese Ordnung wird vom Attikageschoss übernommen. Auf der Rückseite wurde ein holzverkleideter Anbau errichtet.

Die städtebaulich gelungene Platzierung, die anspruchsvolle Gliederung, der saubere Steinschnitt mit dünnen Fugen zeigen eine anspruchsvolle Gestaltung. Das Haus wurde für gehobenen Wohnansprüche gebaut.

Abb. 25: Das Meinberg-Wohnhaus von Norden, 2017. (Gerhard Brune)
Abb. 26: Nordwestliche Giebelseite des Meinberg-Wohnhauses, 2017.
(Gerhard Brune)
2.   Villa und Kutscherhaus, Düwelsiepen 1 und 3
Diese im Hintergrund thronende Villa mit einem an der Straße liegenden Nebengebäude für Remise, Stall und Futterraum für Pferde im Erdgeschoss und eine 70 m² große Kutscherwohnung im Obergeschoss wurde 1912 für den Kaufmann Fritz Gater errichtet. Die Pläne erstellte die renommierte Dortmunder Architektengemeinschaft Dietrich und Karl Schulze.

Im Gefolge des Bergbaus und der Industrialisierung wurden  zu Beginn des  20.Jahrhunderts vereinzelt auch solche herrschaftliche Villen gebaut. Das während der Hochkonjunktur zwischen den letzten Jahrzehnten des 19.Jahrhunderts und dem ersten Weltkrieg sich etablierende Bürgertum orientierte sich an den auf Repräsentation ausgerichteten Adelshäusern und baute seine Wohnhäuser in Anlehnung an Schlösser und Villen des Adels.

Das Haupthaus liegt in einem 9000 m² großen parkähnlichen Gelände, hoch auf dem steilen Hang mit langer  Zufahrt, zweigeschossig mit Walmdach, reich verzierten Fassaden und Traufgesims. Die Gebäude bedienen sich der Zeit entsprechend unterschiedlichster Stilelemente. Das Nebengebäude, wesentlich bescheidener, aber auch sorgfältig gestaltet, liegt an der Straße, schützend neben der Einfahrt.

Dieses harmonische Ensemble ist ein typisches Beispiel seiner Zeit und deshalb von besonderer ortsspezifischer Bedeutung. Die Unterschutzstellung erfolgte 1994.
Abb. 27: Zur Villa gehörendes ehemaliges Kutscherhaus. Düwelsiepen 1, 2017.               (Gerhard Brune)
Abb. 28: Villa Gater, Düwelsiepen 3, 2017. (Gerhard Brune)
3.   Villa Düwelsiepen 11
Tief im Hintergelände des Düwelsiepens steht hoch am Hang die herrschaftliche Villa Frieg. Sie wurde 1887 für den Fabrikanten Otto Frieg vom Kölner Architekten Carl Georg gebaut, zweigeschossig mit Mansardendach. Wie die Villa Düwelsiepen 3 ist es ein typisches Gebäude des aufstrebenden Bürgertums. Die  Fassaden sind reich ausgestaltet unter Verwendung historischer Stilelemente. Es steht in einem großen, parkähnlichen Gelände mit einer langen, alleenartigen und früher privaten Zufahrt über die heutige Straße Düwelsiepen. Diese Villa orientiert sich dem Zeitgeschmack entsprechend an der Kultur der Adelshäuser, um sich dadurch selbst zu nobilitieren. Sie wurde 1989 unter Denkmalschutz gestellt.

Otto Frieg lebte von 1850 bis 1911. Er entstammt dem  Hof Frieg. Als 1880 der Bahnhof Löttringhausen den Bahnverkehr in drei Richtungen ermöglichte, gründete Otto Frieg auf seinem nahegelegenen Grundstück eine Firma zur Herstellung und zum Vertrieb von technischen Ölen und Fetten. Er konnte  bereits 1887 in der Nähe seiner Fabrik dieses herrschaftliche Wohnhaus planen.
Abb. 29: Die Villa Frieg von Osten, 2017. (Gerhard Brune)
Abb. 30: Die Villa Frieg von Südosten, 2017. (Gerhard Brune)


Weitere bemerkenswerte alte Wohngebäude
Abb. 31: Am Abzweig der Kobbendelle (rechts) von der Straße Hohle Eiche steht der vom Ende des 17. Jahrhunderts stammende Kotten Linnenbrink, dessen Aufsitzer auch das Recht hatte, die Großholthauser Mark als Viehweide zu benutzen, 2017. (Gerhard Brune)
Abb. 32: Ein stilistisch gut geformtes Wohnhaus aus Ziegelsteinen Hellerstraße 21, 2017. (Gerhard Brune)
Abb. 33: Ein interessantes Ziegelsteinhaus mit niedrigerem Nebengebäude, wohl um 1900 als Gaststätte an der Schneiderstraße erbaut, 2017. (Gerhard Brune)
© Helmut Kaufung 2018
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